Du leidest unter Zeit- oder Leistungsdruck, empfindest Hektik oder innere Unruhe und fühlst dich deinen alltäglichen Aufgaben nicht (mehr) gewachsen? Dann ergeht es dir wie vielen anderen Menschen in unserer Gesellschaft, die sich täglich einem hohen Level an Stress ausgesetzt sehen.

Dauerhafte Belastungen und negative Formen von Stress wirken sich langfristig auf unsere Gesundheit aus. Sie machen sich mitunter in Form von chronischen Erkrankungen, Verspannungen oder Erschöpfungssymptomen bemerkbar. Daher sollte jeder in der Lage sein, persönliche Stressoren frühzeitig zu erkennen und individuelle Strategien für eine erfolgreiche Stressbewältigung zu erlernen.

Was ist Stress?

In erster Linie ist Stress eine unwillkürliche körperliche und psychische Reaktion, die durch einen neutralen Reiz aus der äußeren Umgebung hervorgerufen wird. Inwiefern ein Reiz als Stressor erlebt wird, hängt von der persönlichen Wahrnehmung und Bewertung der jeweiligen Situation ab. In diesem Zusammenhang ist es entscheidend, ob man einen Reiz als bedeutsam-negativ oder bedrohlich empfindet und die individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Problembewältigung als ausreichend ansieht oder nicht.

Die Entstehung von Stress

Stress entsteht demnach nicht durch den Reiz selbst, sondern erst durch die Bewertung und Deutung der persönlichen Gesamtsituation, in der ein Reiz auftritt.

So erlebst du womöglich eine Anforderung (z.B. eine zeitkritische Arbeitsaufgabe) an einem Tag als „stressig“, weil du dich am Abend zuvor nicht ausreichend erholen oder mit der Aufgabe vertraut machen konntest. Die gleiche Anforderung kannst du an einem anderen Tag jedoch als motivierend und herausfordernd empfinden, weil du mittlerweile ausreichende Fähigkeiten besitzt oder dir erst kürzlich eine Erholungspause gegönnt hast.

Wie wirkt sich Stress auf deine Gesundheit aus?

Auf körperlicher Ebene steht die Stressreaktion mit zwei sogenannten „Stressachsen“ in Verbindung, der Sympathikus-Nebennierenmark-Achse sowie der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse. Werden diese Achsen aktiviert, lösen sie eine Reaktionskette aus, an deren Ende die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol ausgeschüttet werden. Es kommt zu bekannten und teilweise wahrnehmbaren akuten Stressreaktionen, wie der Zunahme der Herzfrequenz, einem Anstieg des Blutdrucks, einer höheren Atemfrequenz oder einer gesteigerten Aktivität des Immunsystems.

Kurzweiliger Stress ist in der Regel unproblematisch, da die Konzentration an Stresshormonen im Blut zurückgeht und somit die Stressreaktionen abebben, sobald der auslösende Stressor verschwunden ist.

Dauerhafter Stress kann jedoch zur Entstehung physischer und psychischer Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Störungen oder Erschöpfungszuständen beitragen und sollte daher möglichst vermieden oder ausgeglichen werden.

Wie kannst du schädlichem Stress frühzeitig vorbeugen?

Bevor du gesunde Stressbewältigungsstrategien anwenden kannst, musst du deine persönlichen Stressoren gezielt identifizieren und ein erhöhtes Stresslevel wahrnehmen lernen. Oftmals sind wir im Alltag so stark beschäftigt, dass uns das Auftreten der körperlichen Stressreaktionen gar nicht bewusst wird. Dann werden wir erst dann auf unser erhöhtes Stresslevel aufmerksam, wenn wir mit tiefgreifenden körperlichen Auswirkungen oder dem Auftreten einer chronischen Erkrankung konfrontiert sind.

Im ersten Schritt ist es daher wichtig, dass du deine eigene Körperwahrnehmung verstärkt schulst, um mögliche Warnsignale wie Herzrasen, Brustenge oder körperliche Anspannung frühzeitig zu erkennen. Auch etwas verzögert auftretende Signale, wie Magen-Darm-Probleme oder Hautreizungen können erste Anzeichen für eine Stressbelastung sein. Die Schulung deiner Wahrnehmung hilft dir im weiteren Verlauf dabei, die konkreten Auslöser solcher Körperzustände zu verstehen und geeignete Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Die körperliche Stressreaktion betrifft das ganze System


In welcher Form kann dich Kianava unterstützen?

Indem du deine Achtsamkeit schulst, kommst du wieder in besseren Kontakt mit deinem eigenen Körper. Das unterstützt dich dabei, deine Bedürfnisse und körperlichen Symptome bewusst wahrzunehmen.

Im Rahmen unserer Gruppenkurse lernst du, wie dir gezielte Übungen und Techniken auf deinem Weg zu mehr Achtsamkeit und Entspannung helfen können.

Quellen:

https://www.apa.org/helpcenter/stress/index

https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/stress-und-stressbewaeltigung/

Birbaumer, N., & Schmidt, R.F. (2010). Biologische Psychologie (7. Aufl.). Heidelberg: Springer Medizin-Verlag.