Stress und Immunsystem - Warum Entspannung gut für unsere Immunabwehr ist

Stress und Immunsystem - Warum Entspannung gut für unsere Immunabwehr ist

Noch vor gut 50 Jahren waren Wissenschaftler der Ansicht, dass unser Immunsystem komplett autonom arbeitet und unabhängig von anderen Regelsystemen in unserem Körper funktioniert. Diese Annahme ist schon lange widerlegt worden.

Unsere Nervenzellen sind mit unserem Immunsystem vernetzt, sie sprechen quasi dieselbe „Sprache“, reagieren auf die gleichen Botenstoffe, hemmen und aktivieren sich gegenseitig. Es ist allgemein bekannt, dass zum Beispiel belastende Lebensereignisse, wie Trennungen, der Tod eines Angehörigen oder Arbeitslosigkeit die Aktivität des Immunsystems ganz deutlich beeinträchtigen können.

Ebenso ist es bei positiven Ereignissen natürlich möglich, dass unser Immunsystem darauf reagiert. Wenn wir uns entspannen, etwas tun, das uns Spaß macht, mit anderen Menschen interagieren, stärkt das unser Immunsystem.

Aber wie funktioniert das genau?

Wie Stress auf unser Immunsystem wirkt

  • Akuter Stress

Grundsätzlich ist es erst einmal so: Werden wir durch Stress in „Alarmbereitschaft“ versetzt, so aktiviert dies bestimmte Nervenfasern, unser Sympathikus. Das Nervengeflecht des Sympathikus leitet die Stresshormon-Produktion ein. Diese Stresshormone wiederum regen bestimmte Immunzellen dazu an, entzündungsfördernde Botenstoffen auszuschütten. In akuten Stresssituationen fährt also unser Immunsystem erst einmal schnell hoch, um uns so gegen potenziell eindringende Krankheitserreger, wie zum Beispiel Bakterien oder Viren, kurzzeitig schützen zu können.

Unser Stresssystem ist aber nicht auf dauerhafte Belastungen ausgerichtet. Eine dauerhafte Aktivierung unseres Immunsystems führt nämlich zu einer chronischen Entzündungsaktivität, was anfänglich zu einer Gegenregulation unseres Körpers führt.

  • Chronischer Stress

Besteht die Stress-Situation länger, versucht unser Körper, die Entzündungsreaktion der einzudämmen. Über eine Hormondrüse in unserem Zentralen Nervensystem, dem Hypothalamus,  wird eine weitere, darunterliegende Hormondrüse in unserem Gehirn, die Hypophyse, aktiviert. Dies hat zur Folge, dass über einen weiteren Schritt,  Cortisol ausgeschüttet wird, um unsere aktivierten Immunzellen zu bremsen. Gleichzeitig werden andere, spezialisierte Immunzellen aktiviert, die gegen die möglichen, feindlichen Oberflächen gerichtet sind. Diese besonderen Immunzellen leiten beispielsweise allergische Reaktionen gegen Pollen, Gräser und andere Bestandteile aus der Umwelt ein.

Chronischer Stress führt also zu einer ständigen Aktivierung unserer Hormondrüsen im Gehirn, welche zur Folge haben, dass Cortisol über unsere Nebennieren ausgeschüttet wird. Das Cortisol führt schließlich zu einer Verschiebung des immunologischen Gleichgewichts mit einer Unterdrückung der Infektabwehr und Förderung “überschießender” Immunreaktionen. Im Klartext bedeutet das auf der einen Seite weniger Schutz vor viralen Angriffen und auf der anderen Seite beispielsweise verstärkte allergische Reaktionen.

Bleibt dieser Zustand dauerhaft, “gewöhnen” sich die Hormondrüsen im Gehirn irgendwann an die ständige Aktivierung und die Cortisolausschüttung wird insgesamt nach unten reguliert. Hierdurch werden auch die für unseren Schutz benötigten Immunzellen in ihrer Aktivität herunterreguliert. Bestehende Entzündungen können dann nicht mehr so gut eingedämmt werden, unser Körper ist nicht mehr so gut vor entzündlichen Prozessen geschützt. Das lässt zum Beispiel Autoimmunerkrankungen aufflammen, kann Alterungsprozesse beschleunigen und chronische Erkrankungen begünstigen.

Folgen der stressbedingten Veränderungen

Stress beeinflusst also direkt unsere Immunantwort.

Die wichtigsten Punkte:

  • Autoimmunreaktionen werden verstärkt oder ausgelöst
  • allergische Reaktionen können entstehen oder sich verstärken
  • chronisch entzündliche Prozesse können sich verschlechtern
  • die Abwehr gegen Viren und Bakterien verschlechtert sich
  • die Wundheilung verlangsamt sich
  • Unverträglichkeiten können sich verstärken
  • und vieles mehr…

Können wir diesen Zusammenhang positiv für uns nutzen?

Wenn wir uns diese (zugegeben) ziemlich negativen Folgen von dauerhaftem Stress anschauen, stellt sich natürlich die Frage, wie wir diesen Zusammenhang umdrehen und unser Immunsystem positiv unterstützen können?
Was sind die Mechanismen, die unsere Stressverarbeitung nachweislich effizienter machen und so auch die Immunfunktion verbessern?

  • Der Umgang mit Stress ist entscheidend!

Eine wesentliche Rolle beim Umgang mit stressigen Situationen ist nachweislich die Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress, die Resilienz. Die Gute Nachricht ist, dass jeder Mensch imstande ist, seine bestehende, oder verminderte Resilienz zu stärken. Viele tausende wissenschaftliche Arbeiten habe gezeigt, dass durch die Stärkung der Resilienz, die Ausschüttung von Cortisol unter Stress deutlich geringer ist, als bei Menschen, die über eine verminderte Resilienz verfügen.

Was können wir tun?

Wir bei Kianava haben uns genau hierauf spezialisiert. Unsere erfahrenen Experten beschäftigen sich eben mit dem Thema der Stärkung der Resilienz und damit Stärkung unseres Immunsystems.
Wir vermitteln wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse und Techniken, wie zum Beispiel die Entstehung von Stress sowie die Funktionsweise unseres Immunsystems, außerdem zeigen wir, wie Du mithilfe von verschiedenen Entspannungsverfahren wie Atemtechniken, Achtsamkeitsübungen, Bodyscan, Yoga und Qigong entspannen und somit aktiv Deinen Cortisolspiegel senken kannst. Zudem zeigen wir in unserem strukturierten Programm auf, welches übrigens weltweit seit über 40 Jahren so angewendet wird, was das richtige Maß an Bewegung und welche Art der individuellen Ernährung für Dich, die Richtige ist.

Finde heraus, was Dir persönlich hilft…

Jeder reagiert unterschiedlich auf Stress und jeder hat von Grund auf eine unterschiedliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress. Wir sind Individuen und jeder ist einzigartig auf dieser Welt.
Das bedeutet natürlich umgekehrt auch, dass man grundsätzlich alle Menschen individuell betrachten und begleiten sollte. Es kann kein Schema-F geben.
Wir betrachten jeden Menschen als Individuum.
Unsere Fachärztinnen und Fachärzte sowie Expertinnen und Experten bei Kianava sind auf Stress spezialisiert.
Wir wissen, was Stress bei uns Menschen auslösen und anschließend mit uns machen kann.
Wenn Du wissen möchtest, wie wir Dir helfen können, Deine Stressverarbeitung zu verbessern und Dir somit helfen, Deine Immunantwort zu regulieren, dann schreibe uns einfach, wir freuen uns auf Dich!

Segerstrom SC, Miller GE: Psychological Stress and the Human Immune System: A Meta-Analytic Study of 30 Years of Inquiry; Psychol Bull. 2004 Jul; 130(4): 601–630.

Annina Seiler: Stress Challenges and Immunity in Space - From Mechanisms to Monitoring and Preventive Strategies, Springer Verlag 2019

Charlotte Esser: Environmental Influences on the Immune System, Springer Verlag Wien 2016