Yoga für ein gesundes Herz: Yoga My Heart

Yoga für ein gesundes Herz: Yoga My Heart

Yoga ist aus vielerlei Gründen gesund – es trainiert und stabilisiert Körper und Geist, wobei die körperlich ausgeführten Übungen dabei helfen, in einen geistigen Zustand der Meditation zu gelangen. Optimalerweise stehen Körper und Geist in steter Wechselbeziehung zueinander. Sollte dieses Gleichgewicht gestört sein, kann dies langfristig zu verschiedenartigen Erkrankungen führen. In der ayurvedischen Medizin wird Yoga schon seit etwa 3000 Jahren als Heilmethode eingesetzt, denn Yoga kann helfen, die Balance zwischen beiden Akteuren wiederherzustellen. Auch die Mind-Body-Medizin (nach dem Harvard-Kardiologen Herbert Benson) macht sich diese Strategie zunutze.

Yoga und Herzrhythmusstörungen

Yoga kann durch die aktive Entspannung das autonome „unbewusste“ Nervensystem und insbesondere auch den Teil des Nervensystems, der den Herzrhythmus steuert, beeinflussen.

So zeigten Studien bereits nach 6 Monaten regelmäßiger Atemübungen eine Verbesserung der Herzfrequenzvariabilität – dies bedeutet, dass die Herzfrequenz sich besser an die körperlichen und seelischen Anforderungen anpassen kann, und ist ein wichtiger Marker der Herzgesundheit (Kuppusamy et al., Integrative Medicine Research 2020).

Auch bei Herzrhythmusstörungen kann Yoga helfen. Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung, bei der das Herz nicht mehr regelmäßig, sondern völlig unrhythmisch schlägt. Menschen mit Vorhofflimmern leiden sehr häufig  unter Symptomen wie Herzrasen, Herzstolpern und Unwohlsein. In einer wissenschaftlichen Interventionsstudie aus dem Jahr 2013 konnte gezeigt werden, dass Yoga symptomatische (selbst wahrgenommene) und asymptomatische (nicht wahrgenommene) Vorhofflimmerepisoden reduzieren kann, ebenso wie Depressionen und Ängste. Weiterhin verbesserten sich selbst wahrgenommene Aspekte der körperlichen und mentalen Gesundheit –  unter anderem die selbst wahrgenommene allgemeine Gesundheit, Vitalität und die soziale Aktivität. Nach 90 Tagen regelmäßiger Yogapraxis zeigten sich Herzfrequenz und Blutdruck signifikant gesenkt. In dieser Studie wurde zweimal pro Woche Iyengar Yoga praktiziert (Lakkireddyet al., JACC 2013).

Yoga, Bluthochdruck und Herzinfarkt

Ein wissenschaftlicher Review zeigte einen positiven Einfluss von Yoga auf fast alle bekannten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Cramer et al. Int Journ Cardiol 2014). Yoga ist somit auch präventiv durchaus sinnvoll, um z.B. Bluthochdruck oder einer koronaren Herzerkrankung vorzubeugen. Einer der wichtigsten Mechanismen, der durch Yoga angestoßen wird, ist die Reduktion von Stress (u.a. Michalsen et al. Med Sci Monit 2005). Psychosozialer Stress wurde inzwischen als einer der wichtigsten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt identifiziert, neben Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck (Yusuf et al., Lancet 2004).

Fazit:

  • Yoga trainiert Körper und Geist und ist ein wunderbarer Weg, aktive Entspannung in den Alltag zu integrieren.
  • Yoga kann die Fähigkeit des Herzens verbessern, die Herzfrequenz an körperliche und mentale Anforderungen anzupassen.
  • Yoga kann Herzrhythmusstörungen, insbesondere Vorhofflimmern, reduzieren und die wahrgenommene allgemeine Gesundheit, Vitalität und soziale Aktivität verbessern. Auch Depressionen und Ängste können gemildert werden.
  • Yoga reduziert Stress und kann so helfen, stressassoziierten Erkrankungen wie Bluthochdruck und koronarer Herzerkrankung vorzubeugen.

Quellen:

Kuppusamy, Maheshkumar & Kamaldeen, Dilara & Pitani, Ravi & Amaldas, Julius & Ramaswamy, Padmavathi & Shanmugam, Poonguzhali & Vijayakumar, Venugopal. (2020). Effects of yoga breathing practice on heart rate variability in healthy adolescents: a randomized controlled trial. Integrative Medicine Research. 9. 10.1016/j.imr.2020.01.006.

Lakkireddy D, Atkins D, Pillarisetti J, et al. Effect of yoga on arrhythmia burden, anxiety, depression, and quality of life in paroxysmal atrial fibrillation: the YOGA My Heart Study. J Am Coll Cardiol. 2013;61(11):1177-1182. doi:10.1016/j.jacc.2012.11.060.

Cramer H, Lauche R, Haller H, Steckhan N, Michalsen A, Dobos G.  Effects of yoga on cardiovascular disease risk factors: a systematic review and meta-analysis. International Journal of Cardiology 2014; 173(2): 170-183.

Yusuf S, Hawken S, Ounpuu S, et al. Effect of potentially modifiable risk factors associated with myocardial infarction in 52 countries (the INTERHEART study): case-control study. Lancet. 2004;364(9438):937-952. doi:10.1016/S0140-6736(04)17018-9.

Michalsen A, Grossman P, Acil A, et al. Rapid stress reduction and anxiolysis among distressed women as a consequence of a three-month intensive yoga program. Med Sci Monit. 2005;11(12):CR555-CR561.